Denise Pohl
Kategorie: Privatwirtschaft
Vertriebsinnendienstlerin in der Werbebranche

Denise Pohl

Aus dem Bauch heraus habe ich mich nach meiner Schulzeit für ein Soziologie-Studium an der TU Dresden entschieden. Ein wichtiger Grund dafür war, dass man damit viele Möglichkeiten hat. Ich wollte mich nach der Schule noch nicht festlegen, in welchen Bereich ich mich zukünftig orientiere.

Mein Studienschwerpunkt behandelte die Gleichstellung von Mann und Frau. Schon während meiner Studienzeit kristallisierte sich jedoch für mich heraus, dass mich das Thema Marketing und Werbung fasziniert. Aus diesem Grund belegte ich im Wahlfach Wirtschaftswissenschaften und zusätzliche Kurse in Kommunikationswissenschaften und Business-Englisch. Ich wählte daher auch bewusst mein Hauptpraktikum im Stadtmarketing, wo ich dann direkt nach meiner Diplomarbeit als Projektmanagerin arbeitete. Danach machte ich Station in einer Dresdner Kreativagentur und arbeite dort u.a. für Microsoft. Aktuell bin ich im Vertriebsinnendienst für ein großes Medienhaus tätig. 

Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus und was sind deine Aufgaben?

Den typischen Arbeitstag in diesem Job gibt es nicht wirklich, da es immer davon abhängig ist, welches Anliegen man auf dem Tisch hat. In der Funktion als Vertriebsinnendienst beschäftige ich mich vorrangig mit der Planung von Werbekampagnen, der Beratung von Bestandskunden sowie der Akquise von Neukunden. Je nach der Höhe des Budgets und der Ziele des Kunden, planen mein Team und ich Kampagnen. Wir schauen also, welche Werbeträger am besten zu seiner Zielgruppe passen und welche Reichweite er mit dem Marketingbudget erreichen kann. 

Gleichzeitig habe ich für unsere Niederlassung in Dresden die Hausverantwortung, d.h. Umzugsthemen, Belange der Arbeitssicherheit und Organisation von Kundenevents landen ebenso auf meinem Tisch und machen meine To-Do-Liste stets prall gefüllt und abwechslungsreich. Das Gute ist, dass in jedem Soziologen nach wie vor ein Allrounder steckt. Somit ist für mich auch im Arbeitsalltag ein flexibler Einsatz unproblematisch. 

Trotz allem liegt meine Passion und mein Fokus im Verkauf von optimalen Werbelösungen. 

Was gefällt dir an deiner Arbeit besonders gut? 

Ich liebe den Kundenkontakt und den kreativen Part, Kampagnenideen zu erstellen. In meiner Freizeit bin ich zudem aktives Mitglied im Marketingclub Dresden und habe u.a. dieses Jahr das Sommermarketing mit organisiert. Es ist sehr bereichernd mit unterschiedlichen Menschen aus unterschiedlichen Unternehmen im direkten Austausch zu stehen. Hier finde ich immer wieder neue Inspiration, wenn ich dann im Büro z.B. an einem neuen Akquise-Mailing arbeite.

Wie profitierst du von deinem Soziologie-Studium?

Soziologie zu studieren, heißt für das Leben zu lernen. Es ist insgesamt das Verständnis für bestimmte gesellschaftliche Zusammenhänge und ein alternativer Blickwinkel, der besonders im Austausch mit Kaufleuten sehr inspirierend sein kann. Für jede Stelle, die ich bisher angenommen habe, musste ich mich komplett neu einarbeiten. Selbst wenn es die gleiche Branche ist, arbeitet jedes Unternehmen anders. Nach einem komplexen Studium, wie dem der Soziologie, hat man aber Übung darin, sich selbst zu organisieren, zu priorisieren und sich somit schnell einzuarbeiten.

Einen Bezug zur Soziologie findet man indirekt, v.a. über die Soft-Skills: Die offene, kommunikative und vor allem neugierige Art vieler Soziologen bereichert die tägliche Arbeit. Einen direkten Bezug kann man vor allem bei der Kampagnenplanung herstellen, wenn man auf das Know How zu Zielgruppen- und Milieustudien bzw. zur Stadtsoziologie zurückgreift.

Was rätst du Studierenden, die sich für eine Stelle im Marketing interessieren?

Ich möchte die Frage gern weiter fassen. Was ich unglaublich wichtig finde, um nach dem Studium direkt in den Arbeitsmarkt einzusteigen:

  • Nutzt die Studienzeit für Praktika. Eines sollte mindestens 6 Monate in Vollzeit sein. Sammelt Erfahrungen, was euch liegt und was euch nicht liegt. Diese Erfahrungen machen sich nicht nur gut im Lebenslauf, sie schulen euch außerdem für das Leben danach.
  • Fokussiert euch sobald ihr eure Richtung gefunden habt. Belegt in der Uni dazu ggf. bereichsübergreifende Kurse.
  • Habt Mut vom großen Plan, der zum Anfang des Studiums stand, abzuweichen.

Möchte man im Vertrieb in der Marketingbranche arbeiten, sollte man selbstbewusst, kommunikativ und kreativ arbeiten und vor allem Spaß am Verkaufen haben :)

Vielen Dank für das Gespräch!

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Veröffentlicht am: 03. August 2017